Sehenswürdigkeiten der alternativen Szene – Berlin alternativ erleben

Berlins alternative Szene hat Geschichte geschrieben. Es gibt zahlreiche Sehenswürdigkeiten im Ost- und Westteil der Stadt, die an bewegte Zeiten erinnern. Die Szeneviertel der Stadt wechseln immer mal wieder. Ein altes Sprichwort über die deutsche Hauptstadt besagt schließlich, dass Berlin nie am Sein ist, sondern immer am Werden. Das spiegelt sich natürlich auch bei den alternativen Sehenswürdigkeiten wieder. Moderne Szeneviertel des Jahres 2012 sind zum Beispiel im Friedrichshain und auch in Neukölln zu finden, während andere Ecken der Stadt vom Flair vergangener Tage leben.

Multikulturelles Leben und Hausbesetzung

Die Hausbesetzerszene als alternative Lebensweise machte vor allem im Berlin der 1970er Jahre von sich reden. Heute sind diese Ideale allerdings längst Vergangenheit, aber es lohnt sich trotzdem, die Viertel zu besichtigen, in denen sie einst gelebt wurden. An allererster Stelle steht dabei natürlich Berlin-Kreuzberg. Ein Teil von Kreuzberg war zur Zeit der deutschen Teilung Hauptschwerpunkt der alternativen Szene. Berlin 36 war damals von drei Seiten von der Grenze umschlossen. Das Gebiet gilt allerdings noch heute als der einkommenschwächste Teil der deutschen Hauptstadt. Viele Bewohner sind Migranten oder Nachkommen von türkischstämmigen Einwanderern. Diese Gegend strahlt bis in die Gegenwart hinein ein multikulturelles Fluidum aus.

Georg-von-Rauch-Haus

Eine noch ganz belebte alternative Sehenswürdigkeit in Kreuzberg ist das Georg-von-Rauch-Haus, noch heute Heimstatt eines alternativen Wohnprojektes. Es liegt am Mariannenplatz, gleich neben dem ehemaligen Krankenhaus Bethanien. Im Rauchhaus leben heute noch ungefähr 40 Bewohner. Ihre Zusammenlebens-Schwerpunkte sind die Entwicklung ihrer Hausgemeinschaft, die Gebäudesanierung sowie die Ausrichtung verschiedener Veranstaltungen im jugendkulturellen Bereich. Im Dezember 2011 konnte das Rauchhaus seinen 40. Geburtstag feiern, erlebte aber durch einen Großbrand zu Weihnachten 2011 einen herben Rückschlag. Mittlerweile machen die Aktiven des Projektes trotz des Brandanschlages weiter und organisieren Events, die den Wiederaufbau des Hauses ankurbeln sollen.

Tempodrom

Das Tempodrom gehört ebenfalls zu den alternativen Sehenswürdigkeiten der Stadt Berlin. Ursprünglich stand diese alternative Spielstätte in der Nähe des Potsdamer Platzes. Eine Krankenschwester investierte hier ihre Millionenerbschaft in ein Zirkuszelt, das vor allem alternativen Projekten und Künstlern einen Präsentationsschwerpunkt bot. Später stand das Zelt unweit des heutigen Bundeskanzleramtes, aber Alt-Bundeskanzler Kohl sah darin ein Sicherheitsrisiko. Deshalb wurde dem Projekt ein neuer Platz an der Stelle des Anhalter Bahnhofs zugewiesen. Dort entstand ein festes Gebäude, das vor allem wegen stark überhöhter Baukosten von sich Reden machte. Es ist Stätte zahlreicher großer Veranstaltungen.

Der Prenzlauer Berg ist ein Stadtviertel, in dem zu DDR-Zeiten besonders alternativ gelebt wurde. Die Gründerzeitbauten waren dem Verfall preisgegeben. Schriftsteller, Liedermacher und solche, die das System nicht mittrugen, lebten hier und die Wende wurde hier wesentlich mitentwickelt und künstlerisch begleitet. Heute beeindrucken die renovierten Häuser und die Kirchen, in denen Wendegeschichte der DDR geschrieben wurde.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>